Deutsche Makler gehören zu den teuersten...


... der Welt, in anderen Ländern müssen Immobilienvermittler mehr leisten und erhalten meist deutlich geringere Provisionen als in Deutschland.

Die Unzufriedenheit der Deutschen mit ihren Maklern beschreibt welt-online schon in einem Beitrag vom 6. März 2011. Die Grünen haben 2018 vorgeschlagen, auch beim Immobilienverkauf das Bestellerprinzip einzuführen (=der Verkäufer muss bezahlen), außerdem soll die Provision nach den Vorstellungen der Grünen auf 2 % inkl. Mwst gedeckelt werden. In Deutschland sind Maklerprovisionen nicht gesetzlich geregelt, lediglich bei der Vermittlung einer Mietwohnung gibt es eine Begrenzung auf zwei Monatsmieten zuzüglich der Mehrwertsteuer. Durch das Bestellerprinzip bei Vermietungen ist diese Begrenzung nahezu hinfällig geworden, da in der Regel der Vermieter die Provision bezahlen muss. Beim Verkauf werden meist zwischen 5 und 6 % des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer berechnet.

Die Zulassungsvoraussetzungen für den Maklerberuf sind minimal: Wer ein paar hundert Euro für die Genehmigung nach § 34 c GewO übrig hat und nicht gerade in einem Insolvenzverfahren steckt, kann Immobilienmakler werden. Immerhin wurde 2018 eine Weiterbildungsverpflichtung für Makler beschlossen, die ist aber mit nur 20 Stunden Fortbildung in drei Jahren am unteren Ende der Vorschläge der Immobilienverbände. Leider hat sich die Zertifizierung nach DIN EN 15733 noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Von zertifizierten Maklern können Käufer und Verkäufer einen hohen Qualitätsstandard erwarten.

Einige Beispiele aus anderen Ländern:

  • USA: 3 bis 6 % für den Verkäufer, Voraussetzung ist ein staatliches Abschlussexamen
  • Frankreich: 2 bis 5 % für den Verkäufer, Voraussetzung ist ein Jurastudium
  • Großbritannien: 2 % entweder für den Verkäufer oder für den Käufer, Voraussetzung ist eine kaufmännische Ausbildung mit Zusatzqualifikation
  • Niederlande: 2 % entweder für den Verkäufer oder für den Käufer, Voraussetzung ist eine mehrjährige Ausbildung und ein staatlicher Test
  • Schweden: 5 % für den Verkäufer, Voraussetzung ist ein Fachstudium des Makler- und Notariatswesen
  • Dänemark: bis 2 % für den Verkäufer, Voraussetzung ist eine Fach- und Eignungsprüfung

Die für Karlsruhe übliche Provision von 3,57 % für den Käufer plus 3,57 % für den Verkäufer wurde von den Immobilienverbänden vorgegeben, allerdings noch zu Zeiten, als Immobilienmakler einen teuren Glaspalast in bester Innenstadtlage benötigten und jedes Wochenende horrende Summen für ihre Anzeigen in den Tageszeitungen ausgeben mussten.

Einige Akteure am Immobilienmarkt haben erkannt, dass mit der zunehmenden Bedeutung des Internets auch die Kosten für die Immobilienvermittlung drastisch gesunken sind. Immer mehr Makler arbeiten provisionsfrei für den Verkäufer, auch wenn sich die wenigsten getrauen, damit öffentlich zu werben. In Karlsruhe scheinen einige größere Makler ihre Provision beim Verkäufer nicht mehr durchsetzen zu können, sie verlangen seit einiger Zeit 4,76 % vom Käufer, die Verkäuferprovision ist verhandelbar.

Ganz umsonst kann ein Makler natürlich nicht arbeiten. Anders als beispielsweise ein Anwalt oder ein Steuerberater wird ein Makler nicht nach Aufwand bezahlt. Er trägt das volle Geschäftsrisiko und erhält sein Honorar nur, wenn er innerhalb der vereinbarten Zeit einen Käufer für das Objekt gefunden hat.


3 Prozent sind genug !


Wir haben unser Büro bei einem hohen Qualitätsstandard sehr effizient organisiert. Einen Großteil unseres Marketingbudgets geben wir im Internet aus, wo wir zu geringeren Kosten wesentlich mehr potentielle Käufer erreichen können als in den Printmedien. Deshalb können wir auch mit einer Gesamtprovision von 3 % zuzüglich Mehrwertsteuer rentabel arbeiten, auch wenn unsere Karlsruher Mitbewerber das nicht gerne hören.